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Prof. Dr. Rudolf vom Hofe: Grundvorstellungen - Basis für inhaltliches Denken

Universität Bielefeld - 27.06.2019 - 18:30 Uhr

Mathematische Problemlösungsprozesse sind stets mit intuitiven Vorstellungen und Begleitannahmen verbunden, die den Lösungsweg mehr oder weniger beeinflussen. Im günstigen Fall können sich diese zu tragfähigen Grundvorstellungen entwickeln, die eine Basis für inhaltliches mathematisches Denken bilden. Intuitive Annahmen können aber auch in die Irre führen, wenn sie sich zu unbewusst wirksamen Fehlvorstellungen verfestigen.

Es stellt sich daher die Frage, wie man mit diesem Bereich umgeht, ob man etwa annimmt, dass sich adäquate Vorstellungen von selbst einstellen, oder ob man die Ausbildung von Grundvorstellungen bewusst begleitet und fördert. Im Vortrag werden theoretische und praktische Perspektiven des Grundvorstellungskonzepts aufgezeigt. Insbesondere wird auf die Rolle eingegangen, die Grundvorstellungen im Bereich der individuellen Diagnose und Förderung spielen.


Jenni Ingram: The discursive construction of what it means to do school mathematics

University of Oxford - 27.05.2019 - 18:30 Uhr

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Beat Wälti: Muster und Strukturen - Figurierte Zahlen

Pädagogische Hochschule Bern - 02.07.2018 - 15:20 Uhr

Die Mathematik wird häufig als Wissenschaft von den Mustern bezeichnet. Mathematische Muster lassen sich häufig visualisieren bzw. geometrisch darstellen.So lassen sich Zahlenfolgen in der Regel mit Würfeln, Hölzchen oder Plättchen "figurieren" - es entstehen dabei Figurenfolgen oder eben „figurierte Zahlen“. Besonders bekannt sind die Dreickszahlen, die Quadratzahlen oder auch die Pyramidenzahlen.Erstaunlicherweise lassen sich mit figurierten Darstellungen auf einfache Art innermathematische Gesetzmässigkeiten herleiten und sogar beweisen.Wir werden uns im Vortrag in einige ausgewählte Beispiele von figurierten Zahlen vertiefen und daraus die eine oder andere erstaunliche Gesetzmässigkeit entdecken.

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David Pimm: Language and mathematics in classroom interaction

Simon Fraser University, Vancouver - 16.04.2018. - 16:40 Uhr

Over the past forty years, I have been consistently engaged in exploring and helping others explore the nature and forms of interactions between language and mathematics in varied classroom settings (in primary schools, in secondary schools, in college and university settings). In the process, I have become increasingly aware of significant distinctions between speech and writing in such contexts, as well as what are, for me, phenomena inappropriately marginalised by the term 'paralinguistic', not least gestures, things that applications of Michael Halliday's notion of  'the mathematics register' have not commonly distinguished. In this talk, I will provide some examples at various educational levels and use them as a means to underscore certain linguistic phenomena which I see lying at the heart of classroom mathematics teaching and learning.

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Birgit Gysin: Lerndialoge von Kindern in einem Jahrgangsgemischten Anfangsunterricht Mathematik - Chancen für eine Mathematische Grundbildung

PH Ludwigsburg - 04.12.2017 - 18:30 Uhr

Trotz einer zunehmenden Verbreitung jahrgangsübergreifender Grundschulklassen liegen nach wie vor nur wenige Forschungsergebnisse über das Mit- und Voneinanderlernen von Kindern im jahrgangsgemischten Mathematikunterricht vor. Die empirisch-qualitative Studie fokussiert auf die Lernsituation der Partnerarbeit und erforscht Lerndialoge von Erst- und Zweitklässlern in der Auseinandersetzung mit dafür entwickelten Aufgaben zu  ‚Mustern und Strukturen‘.

Die Untersuchung stellt den engen Zusammenhang zwischen substanziellen Aufgabenformaten und der Eröffnung von mathematischen Lernchancen im Dialog heraus. Dabei zeigt sich, dass die besondere Heterogenität zwischen den Kindern die Dynamik der Interaktion auf besondere Weise prägt. Es lassen sich Interaktionsmuster beschreiben, die das mathematische Lernen unterstützen können. Die Studie ist interdisziplinär angelegt, weil mathematikdidaktische und pädagogische Perspektiven eng verbunden sind, wenn zwei Kinder miteinander über mathematische Inhalte ins Gespräch kommen.

Im Vortrag werden neben einem forschungsmethodischen Werkzeug zur Videoanalyse von Schülergesprächen und einem Kategoriensystem für potenziell lernförderliche Interaktion schwerpunktmäßig Deutungshypothesen für das mathematische Lernen von Kindern im Dialog als Ergebnisse der Studie vorgestellt.


Götz Krummheuer: Mathematiklernen und Interaktion

Goethe-Universität Frankfurt am Main - 13.11.2017 - 11:10 Uhr

Die Ende der 1970er Jahre am IDM Bielefeld unter Heinrich Bauersfeld initiierte Forschung zur Interaktion im Mathematikunterricht hat im Laufe der Zeit  ihre Forschungsverfahren weiterentwickelt und methodologisch ihre Art der Theorieentwicklung ausführlich begründet. Hierzu sind etliche Forschungsprojekte durchgeführt worden. Im Vortrag werde ich vor allem auf die dabei gewonnen theoretischen Erkenntnisse eingehen. Ich nehme hierbei vorwiegend Bezug auf meine eigenen Forschungsaktivitäten. Durch den in den letzten 8 Jahren vorgenommenen Fokus auf die vorschulische mathematische Denkentwicklung bei Kindern kann an aktuellen Forschungsaktivitäten gezeigt werden, wie sich hierdurch der Theorierahmen erweitert und verändert.


Beat Wälti: In heterogenen klassen gemeinsam mathematik machen

Pädagogische Hochschule Bern - 03.07.2017 - 18:30 Uhr

In der Schweiz werden viele Lernende in altersgemischten Klassen unterrichtet, in einigen Kantonen sind dies mehr als 50%. Die heute verfügbaren Lehrmittel sind allerdings ausschliesslich für Jahrgangsklassen konzipiert. In Bern wird erscheint Anfang 2018 ein Lehrmittel, wo Lernende verschiedener Leistungsniveaus (Kl. 3 - 6) an den gleichen thematisch ausgerichteten Lerngegenständen, oft (in der Regel gemeinsam) auch an den gleichen Aufgaben arbeiten. Diese Aufgaben sind in der Regel so konstruiert, dass eine individuelle Bearbeitung wenig Sinn macht.

Im Vortrag liegt das Hauptaugenmerk zum einen auf der Unterrichtskonzeption für altersgemischte bzw. leistungsheterogene Klassen. Zum andern wird aufgezeigt, wie Lernende der Klassen 3 bis 6 gemeinsam "Mathematik machen“.  Zum Schluss des Vortrags wird ein Beurteilungskonzept skizziert, das sich auch an den Produkten, die bei der Arbeit an reichhaltigen Aufgaben entstehen, orientiert.


Alexander Salle: Mathematik und Gesten: Einblicke in Kommunikations- und Lernprozesse

Universität Osnabrück - 15.05.2017 - 18:30 Uhr

»Zum Denken benötigt der Mensch lediglich sein Gehirn« – insbesondere im Hinblick auf das Lernen einer abstrakten Disziplin wie Mathematik ist diese Auffassung weit verbreitet.

Viele Forschungsarbeiten der letzten Jahre verdeutlichen jedoch die zentrale Rolle des Körpers in mathematischen Lern- und Kommunikationsprozessen.

Im Vortrag werden empirische Ergebnisse vorgestellt, anhand derer die Bedeutung von Gesten für die Analyse von Kommunikations- und Lernprozessen herausgearbeitet sowie Konsequenzen für die Erforschung und Gestaltung mathematischer Lehr-Lern-Arrangements diskutiert werden. Gerahmt werden die Ergebnisse durch theoretische Betrachtungen zu Gesten und Multimodalität.


LAURA KORTEN: GEMEINSAMES MATHEMATIKLERNEN IM INKLUSIVEN UNTERRICHT – ERFORSCHUNG GEMEINSAMER LERNSITUATIONEN IM RAHMEN EINER LERNUMGEBUNG ZUM FLEXIBLEN RECHNEN

TU Dortmund - 16.01.2017 - 18:30 Uhr

Im Kontext des Gemeinsamen Lernens untersucht die vorgestellte qualitative Studie inwiefern zieldifferente Lernprozesse von Grundschulkindern mit und ohne Lernbehinderung in kooperativ-interaktiven Phasen produktiv vernetzt werden können. Ziel ist die Rekonstruktion gemeinsamer Lernsituationen hinsichtlich der Interaktiven Struktur und der individuellen Lernprozesse, um Merkmale für einen gelingenden inklusiven Unterricht abzuleiten. In dem Vortrag werden das Projekt sowie erste Ergebnisse vorgestellt.


PROF. DR. BIRGIT Brandt: Verteilte und geteilte Verantwortlichkeiten in kooperativen Problemlöseprozessen im Mathematikunterricht der Grundschule

TU Chemnitz - 28.11.2016 - 18:30 Uhr

In diesem Vortrag wird zunächst die Konzeptionalisierung von Partizipationsweisen von Schülerinnen und Schülern an schulischen Interaktionsprozessen vorgestellt, wie es im Rahmen einer Interaktionstheorie des Mathematiklernens in der Grundschule entwickelte worden ist (Brandt, 2004, 2006; Krummheuer & Brandt, 2001). Anschließende werden Aushandlungsprozesse in kooperativen Arbeitsformen beleuchtet und aus partizipationstheoretischer Perspektive Formen verteilter Verantwortlichkeit und geteilter Verantwortlichkeit beschrieben (Brandt & Höck, 2011; Brandt & Tatsis, 2009). Fokus ist dabei die individuelle Partizipationsweise einzelner Lernender in unterschiedlichen Interaktionskontexten (Brandt & Höck, 2010).


KIRSTIN ERATH: Teilhabe von lernenden an mathematisch diskursiven praktiken des erklärens

TU Dortmund - 27.06.2016 - 18:30 Uhr

Im Fokus der vorgestellten rekonstruktiven Videostudie stehen die Fragen, was eine ‚gute‘ mathematische Erklärung in Klasse 5 ausmacht und wie Lernende an den gemeinsamen Erklärungen im Klassengespräch teilhaben. Auf theoretischer Ebene wird dazu die Konzeptualisierung von Erklären als „Praktiken des Navigierens durch epistemische Felder“ vorgestellt. Hier werden diskursanalytische, interaktionistische und epistemologische Forschungsperspektiven verschränkt, um den gleichzeitig sprachlichen und fachlichen Gegenstand greifbar zu machen. Auf empirischer Ebene werden zum einen die übergeordneten Befunde der Rekonstuktionen der Praktiken präsentiert. Das Haupt­augenmerk wird jedoch auf die Frage gelenkt, wie individuelle Lernende an den gemeinsamen Erklärungen teilhaben und inwiefern ein Zusammenhang zwischen der Teilhabe und fachlichen Lerngelegenheiten besteht. Daran anschließend wird Erklären im Klassengespräch des Mathematik­unterrichts in den Rollen als Lernmedium, ungleich verteilter Lernvoraussetzung und Lerngegenstand diskutiert.


SIMEON SCHLICHT : Mathematik lernen – Kinder als (Natur-) Wissenschaftler!?

Universität zu Köln - 13.06.2016 - 18:30 Uhr

Im Alltag sammeln Kinder Erfahrungen im Rahmen von Anwendungskontexten. Dies gilt insbesondere auch für erste Erfahrungen mit Mathematik. Die Anwendungskontexte bestimmen hierbei die Vorstellungen der Kinder über Mathematik: Objekte und Handlungen sind zentral für die ausgebildeten Begriffe. Die Begriffe und Auffassungen von Mathematik, welche die Kinder erwerben, unterscheiden sich demnach von den fachwissenschaftlichen Auffassungen von Mathematik: Lernende erwerben mathematische Theorien gleichsam naturwissenschaftlicher Theorien. Diese Sichtweise wird auch durch den kognitionspsychologischen Ansatz der theory theory eingenommen. Das Verhalten von Kindern lässt sich so beschreiben, als ob sie über eine empirische (d.h. naturwissenschaftliche) Theorie über den Phänomenbereich verfügen.

Im Mengen- und Zahlbegriffserwerb werden Zahlen zunächst im Sinne von Anzahlen von konkret gegebenen Objekten erworben. Hierbei können mit obiger Sichtweise gewisse Probleme im Mengen- und Zahlbegriffserwerb als strukturelle und nicht individuelle Probleme ausgemacht werden und etwaige Handlungsmöglichkeiten für Erzieherinnen und Lehrerinnen  empfohlen werden.

Im Vortrag werden sowohl das Konzept als auch Analysen von Spieltreffen mit Drei- bis Vierjährigen unter Rückgriff auf die vorgestellten Analyseinstrumente skizziert.